EZB unter Druck: Irankrieg treibt Inflation in Eurozone hoch

Im Euroraum steigen mit dem Ölpreisschock die Preise. Damit wächst der Druck auf die Europäische Zentralbank. Was Experten erwarten.

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Luxemburg - Mit dem Ölpreisschub im Zuge des Irankriegs hat die Inflation in der Eurozone deutlich angezogen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise im März um 2,5 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im Februar hatte die Inflationsrate noch bei 1,9 Prozent gelegen. 

Grafik: Der Ölpreis

Damit ist das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die am 30. April wieder über die Leitzinsen entscheidet, auf kurze Sicht deutlich überschritten: Sie strebt mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Volkswirte hatten allerdings im Schnitt einen noch etwas stärkeren Anstieg auf 2,6 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Vormonat Februar stiegen die Preise um 1,2 Prozent. Hier war ein Anstieg um 1,3 Prozent erwartet worden.

Inflation in der Eurozone bald über drei Prozent?

«Die massiv gestiegenen Energiepreise haben die Inflation im März nach oben katapultiert», sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. «Spätestens im Mai dürfte sie über 3 Prozent liegen, sofern der Krieg nicht schnell endet.» Dann würden die hohen Energiepreise immer mehr andere Güter verteuern und auch die Kerninflation - ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie - steigen lassen. «Der steigende Inflationsdruck spricht dafür, dass die EZB ihre Leitzinsen im April oder spätestens im Juni erhöht», sagte Krämer.

Ulrike Kastens, Ökonomin beim Deutsche-Bank-Fondsanbieter DWS, erwartet dagegen keine geldpolitischen Schnellschüsse der EZB. «Abwarten ist für uns derzeit immer noch die beste Option.»

Der Irankrieg hat die Ölpreise nach oben getrieben. Das verteuert Sprit für Verbraucher und sorgt bei Firmen für höhere Transportkosten. Ökonomen fürchten, dass der Ölpreisschock zeitverzögert die Wirtschaft in der Breite erfasst. Bereits im März kletterte die Inflation in Deutschland auf 2,7 Prozent - der höchste Stand seit Anfang 2024.

Die EZB hatte den Leitzins zuletzt unverändert bei 2,0 Prozent belassen. Präsidentin Christine Lagarde machte deutlich, dass die Notenbank die Lage genau beobachte und notfalls bereit wäre zu handeln.