EU und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen

US-Präsident Trump vergrätzt Verbündete mit Zöllen, die EU hingegen setzt auf freien Handel und die engere Anbindung von Partnern. Auch mit Australien will sie deutlich mehr zusammenarbeiten.

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Canberra - Die Europäische Union und Australien haben nach rund acht Jahren die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Das Vertragswerk werde Zölle und Handelshemmnisse abbauen, die Wirtschaft ankurbeln und damit für mehr Wohlstand sorgen, sagten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Premierminister Anthony Albanese in der australischen Hauptstadt Canberra.

Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von sehr guten Nachrichten für die Wirtschaft. «Jetzt geht es darum, das schnell umzusetzen», erklärte er zum Abschluss der Verhandlungen.

Konkret sehen die Vereinbarungen die Abschaffung von mehr als 99 Prozent der Zölle auf EU-Warenexporte nach Australien vor, wodurch Firmen aller Größen nach EU-Angaben jährlich rund eine Milliarde Euro an Zöllen sparen sollen. Auch soll das Abkommen EU-Fachkräften die Arbeit in Australien erleichtern. Für Australien ist nach Angaben von Premierminister Albanese unter anderem der Wegfall von Zöllen auf den Export von Wein und Meeresfrüchten bedeutend. Zudem könnten künftig mehr landwirtschaftliche Produkte wie Rindfleisch in die EU exportiert werden.

Industriebereiche, die besonders von dem Abkommen profitieren könnten, sind der EU-Kommission zufolge etwa Maschinenbau, Chemie, Fahrzeugindustrie und Landwirtschaft. Die EU soll zudem einen besseren Zugang zu Australiens strategisch wertvollen Rohstoffen wie seltenen Erden und Lithium bekommen.