Deutschland knackt bei Erasmus-Stipendiaten die Millionenmarke

Seit fast vier Jahrzehnten ermöglicht das EU-Austauschprogramm Erasmus jungen Menschen grenzüberschreitende Studien- und Praktikumserfahrungen. Nun hat Deutschland die Millionenmarke geknackt – und das Programm wächst weiter.

spinner.loading

spinner.loading

Berlin/Bonn – Mit dem EU-Austauschprogramm Erasmus sind seit seiner Einführung insgesamt eine Million Studentinnen und Studenten aus Deutschland ins europäische Ausland gegangen. Das teilte der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) in Bonn mit. Die Millionenmarke wurde demnach im Frühjahr 2026 geknackt – ein Datum, das der DAAD als historischen Meilenstein wertet.

Zu den beliebtesten Zielländern zählen seit Jahren Spanien, Frankreich und Italien. Umgekehrt sind laut DAAD rund eine Million internationale Studierende über Erasmus bisher nach Deutschland gekommen.

Erasmus: Fast 40 Jahre Austausch in Europa

Das Programm existiert seit Juni 1987 – zunächst als reines Angebot für Studierende. Europaweit haben seitdem mehr als 17 Millionen Menschen daran teilgenommen, wie der DAAD mitteilt. 2014 wurde das Programm in Erasmus+ umbenannt und auf alle Bildungsbereiche sowie die Bereiche Jugend und Sport ausgeweitet – es richtet sich seither nicht mehr nur an Studierende, sondern auch an Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Jugendarbeiter und Sporttrainer.

Großbritannien kehrt 2027 zu Erasmus zurück

Neuen Schwung könnte das Programm durch einen politischen Kurswechsel erhalten: Großbritannien hat sich im vergangenen Jahr mit der EU darauf geeinigt, ab 2027 wieder am Erasmus-Programm teilzunehmen. Mit dem Brexit im Januar 2020 hatte das Vereinigte Königreich das Programm verlassen – und damit Tausenden jungen Menschen aus der EU den Weg auf die Insel über Erasmus versperrt.

Im ersten akademischen Jahr nach dem Wiedereintritt will Großbritannien rund 570 Millionen Pfund (umgerechnet mehr als 648 Millionen Euro) in das Programm investieren. Damit können Studierende künftig wieder im Rahmen von Erasmus in Großbritannien studieren oder eine Ausbildung absolvieren – und umgekehrt britische Studierende in die EU.

Wirtschaft sieht Signal für engere EU-Zusammenarbeit

Vertreter der deutsch-britischen Wirtschaft begrüßten den Schritt ausdrücklich. Der Wiedereintritt sei «ein sehr bedeutender Schritt», der es jungen Leuten ermögliche, «über den Ärmelkanal hinweg wertvolle akademische und berufliche Erfahrungen zu sammeln», sagte Ulrich Hoppe, Chef der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer (AHK) in London, der Deutschen Presse-Agentur. Die Übereinkunft zeige zudem, dass die Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und der EU auch in anderen Bereichen «deutlich vertieft werden kann».

York-Alexander von Massenbach von der Britischen Handelskammer in Deutschland (BCCG) betonte, dass für junge Menschen damit ein attraktiver Bildungs- und Wirtschaftsstandort wieder geöffnet werde. Großbritannien galt vor dem Brexit als beliebtes Zielland – nicht zuletzt wegen seiner renommierten Elite-Universitäten.